Bierdeckel "Schulgebäude"

Überschlägige Abschätzung der Energieeinsparung durch Gebäudeautomation

Basierend auf dem Energiebedarf für Heizen, Kühlen und Strom können in wenigen Schritten die Jahreskosten abgeschätzt werden. In Verbindung mit den Faktoren für das Einsparpotenzial (Bestimmung über die Schnellbewertungskarten oder das kostenlose Weiter-Pfeil SW-Tool) lässt sich schnell das mögliche Jahreseinsparpotenzial durch Gebäudeautomation bestimmen.

Anwendungshinweis

Falls die Jahreskosten für Heizen und Strom bekannt sind, können diese direkt in die vierte Spalte eingetragen werden. Die Multiplikation mit dem Einsparpotenzial (in Prozent) ergibt das Jahreseinsparpotenzial in Euro. Die ersten drei Spalten können in diesem Fall ignoriert werden.

In vielen Fällen sind die Jahreskosten allerdings nicht unmittelbar verfügbar. Deshalb können diese grob abgeschätzt werden. Dazu werden in der ersten Spalte die Werte für den Energiebedarf pro qm ausgewählt. Dieser ist dann mit der Nutzfläche (Anzahl der qm) sowie den Energiekosten (abhängig vom Energieträger) zu multiplizieren.

Heizbedarf

Für den Heizbedarf hilft die angebotene Auswahl bezüglich Gebäudejahr/ -zustand:
  Gebäudebaujahr/-zustand   Durchschnittlicher Heiz-Endenergieverbrauch pro qm  
  bis 1975   150 kWh/qm  
  bis 1990   100 kWh/qm  
  bis 2000   75 kWh/qm  
  bis 2005   50 kWh/qm  
  bis 2010   40 kWh/qm  
  3-Liter-Haus-Schule   34 kWh/qm  


Strombedarf

Der Strombedarf kann ebenfalls überschlägig bestimmt werden. Hierzu kann eine Abschätzung des Endenergiebedarfs pro Quadratmeter nach folgenden Kategorien erfolgen:
  Kategorie   Durchschnittlicher Strom-Endenergieverbrauch pro qm  
  normal   15 - 20 kWh/qm  
  optimiert   12 kWh/qm  


In Abhängigkeit des Baujahrs und somit dem Stand der Gebäudetechnik (z.B. Pumpen, Ventilatoren, Beleuchtung etc.) sollte eine der beiden Kategorien gewählt werden. 'Optimiert' könnte hierbei den Zustand eines (sanierten/neugebauten) Gebäudes mit effizienter Anlagentechnik und modernen Leuchtmitteln mit verbesserter Ansteuerbarkeit bedeuten.

Hinweise

Kühlung:
Da in vielen Bestandsgebäuden eine Kühlung für die Unterrichtsräume und große Serverräume wie z.B. an Universitäten fehlt, übernimmt hier die manuelle Fensterlüftung - und im Idealfall - die Lüftungsanlage die Aufgabe der Raumluftkonditionierung. Aus diesem Grund wird im Rahmen dieser Betrachtung der Energieverbrauch durch Kühlung nicht weiter berücksichtigt.

Heizbedarf:
Die bzgl. Heizen angegebenen Werte sind jeweils der Energiebedarf, wie er durch Brennstoffe (z.B. Öl, Gas, Pellets etc.) oder dem direkten Betrieb von elektrischen Wärmeerzeugern (Heizlüfter, Heizstab etc.) bereitgestellt werden muss.

Die Werte basieren auf Abschlussberichten über Sanierungen und Neubauten von Schulgebäuden der EnOB-Datenbank sowie auf Veröffentlichungen der Eneff:Schule . Die detaillierten Messwerte der Endenergieverbräuche dieser Dokumente wurden zur Verwendung als Bierdeckel-Abschätzung zusammengefasst, gemittelt und für die Baujahre der Schulen interpoliert. Bei Interesse sei auf diese Links verwiesen.

Beispiel

Das folgende Bild zeigt ein einfaches Beispiel.

Dabei sei ein Schulgebäude mit 8000 qm Nutzfläche gegeben; in Bezug auf die Bauweise sei es ein Gebäude aus den 90er Jahren, welches bis dato keine Sanierung erfahren hat. Die Heizungsanlage wird mit Heizöl betrieben.

In der ersten Spalte wird das entsprechende Baujahr und Strombedarf ausgewählt. Beim Strom wird im weiteren Verlauf mit einem gemittelten Wert von 17,5 kWh/m² gerechnet.

In der zweiten Spalte wird die Nutzfläche von 8000 qm eingetragen.

In der dritten Spalte werden die Energiekosten je Energieträger angegeben. Hierzu sind auf dem Bierdeckel unter (2) ebenso Richtwerte angegeben. Im vorliegenden Fall seien die Kosten pro Liter Heizöl € 0,50; bei einem Heizwert für Öl von 10kWh/ltr ergeben sich die Kosten zu € 0,05/kWh. Für Strom werden hierbei Kosten von € 0,27/kWh eingetragen.

Die Jahreskosten, d.h. die vierte Spalte, ergibt sich über die Multiplikation der ersten drei Spalten.

In der fünften Spalte werden die Einsparpotenziale in Prozent eingetragen, die über die Weiter-Pfeil Schnellbewertungskarten oder das kostenlose Weiter-Pfeil SW-Tool ermittelt wurden.
An dieser Stelle wurden die Werte für Schulgebäude verwendet, wie sie bei einem Upgrade von 'Standard' (GA-Effizienzklasse C gemäß EN 1523) auf 'hohe Automation' (GA-Effizienzklasse A gemäß EN 15232) möglich sind. Sie entsprechen 20% Einsparung für thermische Energie und 14 % Einsparung für elektrische Energie.

Das Jahreseinsparpotenzial in Euro, d.h. die fünfte Spalte, ergibt sich über die Multiplikation der Jahreskosten mit dem Einsparpotenzial.


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